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Menschenrechte im Kino: “The Lost Souls of Syria”

24.2.2024, 19:00 Uhr, Familienzentrum Aurich, Jahnstr. 2

Der Aufschrei der Empörung 2014 war groß, als ein Überläufer des syrischen Militär mit dem Codenamen “Caesar” 27.000 Fotos von zu Tode gefolterten zivilen Gefangenen aus den Geheimarchiven des syrischen Regimes außer Landes gebracht und öffentlich gemacht hat. Auf Grundlage dieser Beweise schwerster Menschenrechtsverletzungen versuchen seither Angehörige der Opfer, Menschenrechtsverteidiger*innen und “Caesar” selbst, vor Gerichten in Europa den syrischen Staat zur Rechenschaft zu ziehen. Über fünf Jahre haben Regisseur Stéphane Malterre sowie Ko-Autorin und Fachberaterin Garance Le Caisne diesen Kampf um Wahrheit und für Gerechtigkeit aus beispielloser Nähe mit der Kamera verfolgt. Ihre gefilmten Ermittlungen “The Lost Souls of Syria” (2023)  führen schließlich zum ersten Prozess gegen hohe Beamte der syrischen Unrechtsregimes. 

Eine dieser Angehörigen ist Mariam Alhalak, Mitgründerin der Caesar Family Foundation, in der sich Angehörige der Opfer zusammengeschlossen haben, die auf den Fotos von “Caesar” identifiziert werden konnten. Auf Einladung von Amnesty International Aurich wird sie nach der Filmvorführung über ihren Einsatz für die Menschenrechte in ihrer Heimat Syrien und für Gerechtigkeit für die Opfer der syrischen Diktatur sprechen.

Der Eintritt ist frei. Die Plätze sind begrenzt.

 

Ein Toast auf die Freiheit

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Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

1.500 Kilometer entfernt fährt der 39-jährige Anwalt Peter Benenson im November 1960 mit der Londoner U-Bahn in seine Kanzlei, als er in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen liest. Es ist nicht das erste Mal, dass er erfährt, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt werden. Doch die Meldung aus Lissabon geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Benenson will nicht mehr länger über solches Unrecht lesen, er will etwas tun. Er weiß nur noch nicht, wie. ric.Aufgewühlt läuft er durch die Straßen Londons. In der Kirche St. Martin in the Fields kommt ihm der Gedanke.

Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten beginnt: „Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“ Benenson fordert die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Die Resonanz ist überwältigend. 30 große Zeitungen in verschiedenen Ländern drucken den Artikel nach. Allein in den ersten Wochen melden sich mehr als Tausend interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Juli 1961 wird beschlossen, die ursprünglich auf ein Jahr angelegte internationale Kampagne in eine feste Organisation zu verwandeln. Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch 50 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

Seit 2013 existiert auch in Aurich wieder eine Amnesty-Gruppe. Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, verabschiedet von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 ist unsere Richtschnur.

Hier findet ihr sie:  https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte

8. Februar 2024